Mönchmühlenallee, 16567 Mühlenbecker Land

Eine Reise zu den großen Fragen des Lebens


16 erwartungsfrohe MühlenbeckerInnen und eine Pankowerin machen sich am 09. Mai auf den Weg nach Dresden, um eine ganz besondere Ausstellung der Malerin Paula Modersohn-Becker zu besuchen.

Zweieinhalb Stunden Fahrt liegen vor ihnen – Zeit genug, um noch einmal die Seiten eines Buches Revue passieren zu lassen, das sie in den letzten Wochen eng begleitet hat. Der Lesezirkel des „Mühlenbecker Wohnzimmer“ und der Kultursalon der Historischen Mönchmühle – eine Reisegruppe auf den Spuren einer außergewöhnlichen Frau.

Anlass der Reise war die gemeinsame Lektüre des Romans „Die Kunst und das Glück eines Sommers“ von Sophia von Dahlwitz. Das Buch entführte die Gruppe in den Spätsommer des Jahres 1900, direkt in die berühmte Künstlerkolonie Worpswede. Der Roman beschreibt einfühlsam, wie Paula sich gegen die engen Erwartungen an Frauen ihrer Zeit auflehnte – eine Rebellin, für die nur das Malen und das echte Leben zählten. Auch der Dichter Rainer Maria Rilke taucht in dem Roman auf und umwirbt die junge Malerin. Die Neugier der Mühlenbecker Gruppe war groß: Wie sahen sie nun aus, die echten Werke dieser mutigen Frau?

Ein Dialog der Giganten
Das Ziel der Reise war das Albertinum in Dresden, die Geburtsstadt von Paula Modersohn-Becker. Pünktlich zu ihrem 150. Geburtstag zeigt das Museum die Sonderausstellung: „Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch. Die großen Fragen des Lebens“.
In den hellen Sälen des Albertinums trafen die 17 Besucher auf über 150 Gemälde und Grafiken. Das Besondere an dieser Schau ist der Dialog: Erstmals werden Paulas Werke direkt neben denen des norwegischen Malers Edvard Munch gezeigt. Auch wenn sich die beiden im echten Leben wohl nie begegnet sind, beschäftigten sie dieselben Themen: Werden und Vergehen, die Liebe, der Schmerz und die Einsamkeit.
Während Munchs Bilder oft eine unruhige, fast vibrierende Dynamik ausstrahlen, bestechen Paulas Werke durch das, was sie selbst die „große Einfachheit“ nannte. Ihre Porträts von Kindern, alten Menschen oder Müttern sind weder kitschig noch geschönt. Sie zeigen eine tiefe Würde und eine unglaubliche Präsenz. Für die Gruppe aus Mühlenbeck wurde im Museum greifbar, was sie zuvor nur gelesen hatten: Hier war eine Künstlerin am Werk, die konsequent ihren eigenen Weg ging – in einer Welt, die damals fast nur Männern gehörte.


Gemeinschaft, die verbindet
Diesen lehrreichen und inspirierenden Tag verdankte die Gruppe dem Engagement von Projektkoordinatorin Nataliya Pysanska vom „Mühlenbecker Wohnzimmer“ die die Fäden der Organisation zusammen gehalten hat. Das Projekt ist eigentlich ein Ort für Begegnung und Beratung im Rahmen des Brandenburger „Pakts für Pflege“, doch Nataliya weiß, dass auch gemeinsame Kulturerlebnisse die Seele pflegen. Die Initialzündung für das Ziel kam von Edla Hussein.

Ein Tag, der nachwirkt
Nach dem Ausstellungsbesuch bot das Albertinum noch ein besonderes Highlight: Das Projekt „Life Letters“. Besucher konnten dort ihre eigenen Gedanken zu den „großen Fragen“ hinterlassen – von fiktiven Briefen an die Künstler bis hin zu persönlichen Reflexionen über das Leben.

Auf der Rückfahrt ins Mühlenbecker Land war es merklich lebhafter als auf der Hinfahrt. 16 Menschen, bereichert durch die Kunst von zwei der bedeutendsten Maler der Moderne, tauschten sich über ihre Eindrücke aus. Sie hatten nicht nur Bilder gesehen, sondern die Geschichte einer Frau erlebt, die für ihre Träume kämpfte.

Ein herzliches Dankeschön an Nataliya Pysanska und Edla Husseini für diesen unvergesslichen Tag, der gezeigt hat, wie viel Kraft in der Verbindung von Literatur, Kunst und Gemeinschaft steckt.

Weitere Beiträge

Die Historische Mönchmühle braucht dich!

 

Eine der ältesten Wassermühlen Brandenburgs – ein Ort voller Geschichte, Handwerk und Gemeinschaft. Damit das so bleibt, braucht sie Menschen wie dich!

Darum Mitglied werden:
Kulturdenkmal erhalten – Unterstütze Pflege & Betrieb
Gemeinschaft erleben – Engagiere dich mit Gleichgesinnten
Exklusive Einblicke – Entdecke alte Handwerkskunst
Veranstaltungen – Hilf bei Festen & Führungen

Ob aktiv oder als Fördermitglied – jede Hilfe zählt.
Mach mit und halte Geschichte lebendig!